Alljährlich wird der Büchermarkt in Deutschland mit etwa einhunderttausend neuen Büchern überschwemmt. Kein Problem für jeden Autor, auch seinen Platz am Markt zu finden, sollte man meinen. Weit gefehlt, denn dieser Kuchen wird lediglich unter einer überschaubaren Zahl von Schriftstellern verteilt. Hinzu kommen Bücher von bekannten Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Politiker, Künstler oder Sportler, die ihre Memoiren schreiben oder schreiben lassen, finden meist ungeteilte Aufmerksamkeit, ohne tatsächlich „echte“ Vertreter der schreibenden Zunft zu sein. Dagegen fristen die meisten Schreiberlinge ein Schattendasein im stillen Kämmerlein und nagen am literarischen Hungertuch. Sie sind gleichsam ein Abbild „des armen Poeten“, einem der wohl bekanntesten Bilder des Malers Carl Spitzweg aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Nur selten gelingt einem von ihnen der Weg ans Licht der Öffentlichkeit. Dennoch mühen und plagen sie sich unentwegt, um wahrgenommen zu werden. Viele ein Schriftstellerleben lang vergebens.
Warum ist das so? Was treibt einen Schriftsteller an, trotz Enttäuschungen und Rückschlägen, trotz Ignoranz und Häme immer wieder aufs Neue zur Feder zu greifen?
Der Autor, der sich selbst zum schriftstellerischen Fußvolk zählt, versucht, darauf eine Antwort zu geben, berichtet von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen und möchte damit viele Leidensgenossen mit Tipps und Ratschlägen zumindest vor grobem Schaden bewahren. Ein Buch, nicht nur für die schreibende Zunft, sondern für alle an Literatur Interessierten, so auch für etablierte Verlage und Lektoren, um ihnen damit vielleicht auch einen anderen Blickwinkel auf diejenigen zu ermöglichen, die sie jeden Tag aufs Neue mit unverlangt eingesandten und aus vielerlei Gründen für eine Veröffentlichung ungeeignet erscheinenden Manuskripten „zumüllen“.

 

Leseprobe

 

Schreiben ist ´ne Leidenschaft

die viel Frust und Leiden schafft,

 

so könnte man die Schriftstellerei mit wenigen Worten umschreiben, Bestsellerautoren natürlich ausgeschlossen. Um es gleich vorwegzunehmen, zu dieser beneidenswerten Klientel darf ich mich leider nicht zählen, ich gehöre vielmehr dem schriftstellerischen Fußvolk an, um es mal salopp zu formulieren. Klingt despektierlich, ist aber keineswegs so gemeint, denn darunter gibt es nicht wenige, die zweifelsohne ein großes Talent zum Schreiben haben, das aber, aus welchen Gründen auch immer, meist unentdeckt im Verborgenen schlummert und ein Schriftstellerleben lang, oft vergebens, auf ein Erwachen aus dem Dornröschenschlaf wartet. Dieses Phänomen ist allerdings kein schriftstellertypisches, sondern in allen Bereichen unseres Lebens anzutreffen. Nehmen wir zum Beispiel nur den Fußballsport. Millionen in Deutschland betreiben diese Sportart von Kindheit an in der stillen Hoffnung, eines Tages als Fußballstar entdeckt zu werden und dann das große Geld damit zu verdienen. Davon erreicht tatsächlich nur ein relativ kleiner Teil das erstrebenswerte Ziel Profifußballer, und darunter sind nur ganz wenige, die es tatsächlich schaffen, so viel Geld zu verdienen, dass es ausreicht, um davon frei von finanziellen Sorgen für immer in Saus und Braus leben zu können. Lohnt es sich daher überhaupt, dem Fußballsport oder dem Geistessport Schreiben für lange Zeit, mitunter dauerhaft und oft vergeblich, hinterherzurennen? Ich meine ja, denn immerhin nimmt man damit am Wettbewerb um den begehrten Platz an der Sonne teil und darf zumindest darauf hoffen, dass der Glücksfall eines Tages vielleicht doch eintritt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ich habe dieses Buch nicht etwa geschrieben, weil ich mir damit einen schriftstellerischen Durchbruch erhoffe, so naiv bin ich nun wirklich nicht, oder besser gesagt, nicht mehr. Es ist für mich nicht mehr als ein weiterer Beitrag, um auf der Erfolgsleiter für Schriftsteller vielleicht ein kleines Stückchen weiter nach oben zu kommen. Viel wichtiger ist es mir, die vielen unbekannten Autoren, die jeden Tag aufs Neue gegen Nichtbeachtung, Ignoranz und Häme oder zumindest gegen verständnisloses Kopfschütteln im Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis über ihre brotlose Kunst ankämpfen müssen, zu ermutigen, den schriftstellerischen Breitensport dennoch weiter zu betreiben und die Hoffnung auf Erfolg niemals aufzugeben. Ich möchte diesbezüglich von meinen eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen berichten, Tipps und Ratschläge geben, vor Gefahren warnen und den einen oder anderen damit vielleicht vor materiellem, vor allem aber auch vor seelischem Schaden bewahren. Nur wenn Sie sich selbst und die Schriftstellerei nicht allzu wichtig oder zu ernst nehmen, Rückschläge durchaus als normal oder selbstverständlich zu akzeptieren bereit sind, sich selbst immer wieder infrage stellen, den Humor niemals verlieren und auch mal über sich selbst herzhaft lachen können, sind Sie für das Abenteuer Schreiben bestens gerüstet.

Ich möchte aber auch diejenigen, die sich, ohne selbst zu schreiben, „nur so“ für die Schriftstellerei interessieren, erreichen und sie dazu bewegen, vielleicht nicht immer nur nach den großen Meistern oder nach Bestsellern, zu schielen, denn auch in der Literatur blüht so manches zarte Pflänzchen im Verborgenen. Wagen Sie doch einfach mal einen Versuch und werfen einen Blick über den Tellerrand der literarischen Champions League und Bestsellerlisten. Möglicherweise entdecken Sie ja irgendwo in der städtischen Bücherei, in der verstaubten Ecke einer Buchhandlung oder in Bücherportalen von oft verschmähten Book-on-Demand-Anbietern im Internet vielleicht den einen oder anderen literarischen Schatz und können ihn für sich heben.

Wünschen würde ich mir schließlich, wenn dieses Buch auch von den Profis im Buchgeschäft, also von Verlegern und Lektoren, zumindest wahrgenommen werden würde und so vielleicht zu einem etwas besseren Verständnis für die Hobbyschriftsteller beitragen könnte, denen von manchem Verlag oder Lektor pauschal Ignoranz und Geringschätzung entgegengebracht werden, wobei dies, um es fairerweise zu sagen, angesichts der täglichen Flut von Manuskripten, mit denen sich Verlage beschäftigen und mühsam die Spreu vom Weizen trennen müssen, durchaus auch nachvollziehbar ist.

Dieses Buch erhebt keineswegs den Anspruch eines Ratgebers, der Hobbyschreibern in sechs bis zwölf Kapiteln den Weg zum Schreiben eines Bestsellers aufzeigen will und letztlich nur gespickt von Binsenweisheiten ist, auf die man im Internet meist kostenlos zurückgreifen kann. Ich möchte es auch nicht als dringende Empfehlung zum Nachmachen verstanden wissen. Es soll vielmehr auf möglichst amüsante und unterhaltsame Art und Weise von meinen Erlebnissen und Erfahrungen als Schriftsteller berichten. Nicht mehr, und nicht weniger, denn jeder Autor muss letztlich für sich selbst abwägen und entscheiden, welchen Weg zum Ziel er für am Erfolg versprechendsten hält. „I did it my way“ hat einmal ein berühmter Entertainer gesungen und damit einen Riesenerfolg gehabt. Ich habe mir diesen Song jedenfalls für mich persönlich zum schriftstellerischen Leitmotiv gemacht. Wer weiß, vielleicht lande ich damit ja eines Tages einen literarischen Hit. Alle bisher noch unentdeckten Autoren kann ich jedenfalls nur ermuntern, nicht nur ihren eigenen Stil zu entwickeln, sondern auch ihren eigenen Weg unbeirrt zu gehen. Ich wünsche Ihnen dazu viel Erfolg.

 

E-Book

Kindle Edition von Amazon

137 kB

ASIN: B008LJCC08

Preis 1,03 €

 

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